Kinderhort, Gilching

Gilching ist die nördlichste Gemeinde des oberbayrischen Landkreis Starnberg und liegt am Rande des Fünfseenlandes, etwa 11 km von München entfernt. Der Neubau passt sich ideal in das schmale Grundstück zwischen Uranusstraße und Lehrerparkplatz der benachbarten Arnoldus-Grundschule ein und bietet Platz für 150 Kinder.

AuftraggeberGemeinde GilchingBaujahr2015Baukosten4,27 Mio. EUR

Foto © Hiepler, Brunier

Der warme Farbton der Fassaden-Erker steht im Einklang mit der unbehandelten Lärchenholzschalung und verleiht dem Kinderhort ein unverwechselbares, frisches und freundliches Aussehen.

Der Garten mit in Hecken eingefassten Aktionsflächen für die Kinder bleibt in seinem Urzustand mit einem baumbestandenen Hügel naturnah belassen, da der direkt angrenzende Pausenhof der Grundschule mit neu konzipierten und abwechslungsreich gestalteten Spielbereichen mitgenutzt werden darf.

Die Fassaden spiegeln die unterschiedlichen Nutzungen wider. Nach Norden öffnet sich die dienende Nebenraumzone punktuell, mit scheinbar frei in der Fassade angeordneten, quadratischen Lochfenstern unterschiedlicher Größen. Die Südfassade des Gebäudes mit den Gruppenräumen ist mit bodentiefen Fenstern raumhoch komplett verglast. Konstruktive Sonnenschutzmaßnahmen wie der tief auskragende Balkon sorgen dafür, dass der solare Wärmeeintrag vermindert wird. Zugleich lässt sich im Winter durch die großflächige Verglasung die Sonnenenergie passiv nutzen.

Eine Veranda ist den Räumen im Erdgeschoss über die gesamte Gebäudelängsseite als Spielterrasse vorgebaut, sie wird im Obergeschoss zum durchlaufenden Balkon. Die auskragenden Deckenplatten differenzieren den Übergang in den Freibereich und wirken als Wärmepuffer und konstruktiver Sonnenschutz einer Überhitzung der Aufenthaltsräume entgegen.

Die Nachhaltigkeit des Kinderhorts ist nicht in erster Linie der rationellen Massivholzbauweise, die eine rasterunabhängige Vorfertigung ermöglicht, oder dem hohen Wärmedämmstandard zu verdanken. Es ist vor allem die kompakte Bauweise, die für eine gute Bilanz sorgt.

Gegenüber den Eingängen in die Hortgruppen weitet sich der Spielflur auf, mit farbigen Erkern der Garderoben, die über die Außenwand hinaus stehen.

Alle Decken wurden mit schmalen Holzleisten verkleidet, die sowohl für gute Akustik als auch für eine angenehm warme Atmosphäre im Haus sorgen.

Fotos: Hiepler, Brunier

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