62. Grundschule, Dresden

– Neubau der 62. Grundschule in Dresden-Loschwitz mit integrierter Einfeldsporthalle
– 1. Passivhaus-Schulneubau in Sachsen
– Siegerentwurf des im Jahr 2007/08 durchgeführten Architektenwettbewerbs
– Baubeginn im April 2009
– Grundsteinlegung im Juni 2009
– Übergabe an die Schüler im August 2010

AuftraggeberLandeshauptstadt Dresden, HochbauamtBaujahr2010Baukosten8,2 Mio. EUR

Architektonische Gestaltung

Die Schule gliedert sich in einen großzügigen, offenen Bereich der Bewegung und Kommunikation im Erdgeschoss und einen Bereich der Stille und Konzentration inden Obergeschossen. Die Pausenhalle, die von der Pillnitzer Landstraße direkt übereinen kleinen Vorplatz erschlossen wird, verbindet durch das Atrium die beiden Bereiche des Gebäudes und öffnet sich direkt in den Freibereich. Zudem bietet sie unmittelbare Blickbeziehungen in die um ein Geschoss abgesenkte Sporthalle und den zur Pausenhalle zugeordneten Mehrzweck- und Speisebereich.
Die Klassenzimmer und Horträume in den Obergeschossen orientieren sich nach Süden mit Blick in den ruhigen Grünbereich. Werkraum und Bibliothek sind nach Osten mit Blick zum Vorplatz orientiert. Als Gegenpol zum offenen Atrium ist ein Raumkern für Nebenräume angeordnet.
Die Fassade spiegelt die unterschiedlichen Gebäudezonen wider. Das Erdgeschoss ist transparent und leicht. Die Obergeschosse kontrastieren mit ihrer massiven und hellen Oberfläche mit horizontal eingeschnittenen Fensterbändern. Die Fassadenöffnungen werden, basierend auf einem gleichmäßigen Grundraster, durch die freie Anordnung einzelner Holzelemente rhythmisiert.
Die Auskragung des Obergeschosses bietet dem Erdgeschoss Schutz und schafft damit eine Übergangszone.

Städtebau | Erschließung

Die stadteinwärts entlang der Pillnitzer Landstraße gelegene dichte Bebauung findet in einem schlichten, kompakten Baukörper, der mit seiner Höhe und Einordnung auf die umgebende Bebauung reagiert, ihren Abschluss.
Durch die Einordnung des Gebäudes weitet sich der Kreuzungsbereich zu einem kleinen Vorplatz auf, welcher den Auftakt zum Hauptzugang der Schule bildet. Die Erschließungsachse Vorplatz – Pausenatrium wird um einen Erlebnisweg im Freibereich erweitert.
Durch die Konzentration der Baumasse auf dem nordöstlichen Grundstücksbereich entsteht ein sich nach Südosten hin großzügig öffnender Freibereich, der als Pausenhof und als Sportfläche genutzt wird.

Energiekonzept

Das Energiekonzept aus der Wettbewerbsphase konnte in den wesentlichen Zügen umgesetzt werden. Die Grundlage der Energieeinsparung ist eine gute Ausrichtungdes Gebäudes für solare Energiegewinne und eine hochdämmende, weitestgehend luftdichte thermische Gebäudehülle bei gleichzeitiger Minimierung der Wärmebrücken.
Die für die Zuheizung erforderliche Wärme wird mittels einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe generiert, durch die ein hoher regenerativer Energieanteil gesichert wird.
Das Gebäude wird mit einer Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung ausgestattet. Als positiver Nebeneffekt der Energieeinsparung wird in den Klassenräumen durch die eingesetzte CO2-Überwachung eine hohe Luftqualität gesichert.

Energetische Gebäudedaten

2.777 m² Energiebezugsfläche PHPP
19.171 m³ Umbautes Gebäudevolumen
109 kWh/m²a Primärenergiekennwert PHPP
11 kWh/m²a Energiekennwert Heizwärme PHPP
0,3 h-1 Ergebnis Blower-Door-Test

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